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Nähe auf Abstand

Urbaner Alltag zwischen geregelter Distanz und sozialen Begegnungen


Projektleitung: Ruth Eggel M.A., M.A.
Projektbearbeitung: Michaela Ressing B.A.

Im Rahmen der Forschung werden der Aspekt des Social Distancings und damit einhergehende individuelle Aushandlungsprozesse bei sozialen Begegnungen betrachtet. Das Forschungsfeld ist der Stadtraum, mit öffentlichen und privaten Räumen, als Bestandteil der Alltagswelt der Bonner*innen. 

Im urbanen Raum finden alltägliche Situationen der sozialen Begegnung statt, denn der Stadtraum ist durch die physische Nähe von Menschen geprägt und kann deshalb auch als Begegnungsraum bezeichnet werden. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens wie z.B. Abstandsregelungen oder Maskenpflicht wird ein physischer Abstand gefordert, der Anonymität im Stadtraum unterstützen kann.

Das Forschungsprojekt fragt daher: Wie wird das Wechselspiel von „Nähe auf Abstand“ im Stadtraum sichtbar? Welche Auswirkungen hat dies auf die Bonner*innen, auf den erlebten Raum, die Raumwahrnehmung, Praktiken und auf alltägliche Begegnungen sowie soziale Interaktionen? Gibt es im urbanen Raum in Zeiten der Krise ein Bedürfnis soziale Nähe herzustellen und wenn ja, welche alternativen Möglichkeiten und Wege der Vergemeinschaftung bzw. Erzeugung eines Gemeinschaftsgefühls (auf Abstand) werden gefunden und welche Räume werden dabei angeeignet?

Vor allem in Zeiten einer Krise sowie durch Kontaktbeschränkungen und Isolation kann ein größeres Bedürfnis nach sozialer Nähe entstehen. Durch die Corona-Pandemie kann soziale Nähe zu einem Infektionsrisiko werden, deshalb entstehen Konfliktsituationen, z.B. bei Angehörigen einer Risikogruppe. Im Endeffekt muss nun jede*r für sich selbst auch im privaten Raum aushandeln, auf welchem Weg das Bedürfnis nach (sozialer) Nähe erfüllt und gleichzeitig der notwendige Abstand, um sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen, eingehalten werden kann.

Daher wird außerdem gefragt: Wie wird der Konflikt von „Nähe auf Abstand“, insbesondere bei Angehörigen einer Risikogruppe, ausgehandelt und welche alternativen Möglichkeiten oder Räume werden gefunden bzw. angeeignet? In urbanen Nachbarschaftsräumen stellt sich zusätzlich die Frage, ob sich Praktiken der sozialen Nähe (auf Abstand) in Form von Interaktionen der Fürsorge und Unterstützung, bspw. für Angehörige einer Risikogruppe, beobachten lassen.

Foto: Jana Brass, Bonn, Ende Oktober 2020

AUFRUF: Interviewpartner*innen

Wie beeinflussen Social Distancing und die Abstandsregelungen Ihren Alltag in der Pandemie?
Wie verändern sich für Sie dadurch Begegnungen im öffentlichen und privaten Raum mit Fremden, Freunden und Familie?
Welche Möglichkeiten haben sich für Sie ergeben, um "Nähe auf Abstand" herzustellen?
Dieser Aufruf richtet sich an alle Bonner*innen.
 

Blogbeitrag

Die Mitarbeiter*innen des Forschungsprojekts haben drei Gastbeiträge auf dem Blog "Alltag in der Krise – die Krise im Alltag" des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte veröffentlicht. Der Blogv ersammelt Beitrage, die den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf regionale Alltagskulturen im Rheinland nachgehen. Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte ist Kooperationspartner des Forschungsprojekts Bonndemic.

St. Martin light. Oder wie die Corona-Pandemie den Martinsbrauch 2020 in Bonn veränderte
Michaela Ressing geht in ihrem Beitrag der Frage nach: Welche neuen Wege und Möglichkeiten fanden die Bonner*innen, um den Martinsbrauch trotz vielfältiger Einschränkungen coronakonform stattfinden zu lassen?

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