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Demonstrieren in der Pandemie

Zwischen Straße und sozialen Medien


Projektleitung: Valeska Flor PhD
Projektbearbeitung: Jasmin Sina B.A.

Durch die erlassenen Coronaschutzverordnungen kommt es je nach Infektionsgeschehen immer wieder zu Veränderungen unseres Alltags. Mit Verhaltenspflichten im öffentlichen Raum und städtischen Versammlungsverboten sind hier verstärkt Demonstrant*innen betroffen, die öffentliche Räume in Städten nutzen, um als kollektive Akteur*innen geteilte Werte, Ziele und Weltansichten zu präsentieren. Auch wird der Stadtraum in der Regel zur kulturellen und politischen Einflussnahme in der Gesellschaft genutzt. Die verordneten Einschränkungen fechten allgemeingültige Vorstellungen von Formen der öffentlichen Meinungsäußerung an. So werden Protestpraktiken, die als fester Bestandteil der gesellschaftlichen Aushandlung von Fragen des Gemeinwohls gelten, mit diesen neuen Herausforderungen konfrontiert. Wie gehen Demonstrant*innen also mit Veranstaltungsverboten, Abstandsgeboten und Hygienekonzepten um? Wie sieht Engagement und Protest unter den besonderen Bedingungen der Pandemie aus? Und vor allem, wo finden diese Aushandlungsprozesse statt?

Anhand der Klimabewegung in Bonn sollen die Dynamiken aus kulturanthropologischer Perspektive untersucht werden. Relevant sind dabei die Möglichkeitsräume, die Demonstrant*innen nutzen, sich aneignen oder (er)finden, um zu partizipieren. Denn die Straße als kultureller Aktionsraum wird nun verändert wahrgenommen und Demonstrant*innen setzen verstärkt auf soziale Medien und digitale Plattformen als Handlungsräume. Ins Zentrum dieser Forschung werden Visualisierungen gerückt, die als eine signifikante Ressource im Protest gelten und on- und offline sowohl instrumentelle als auch expressive Funktionen einnehmen. Insbesondere sind die Prozesse der Erstellung, Nutzung und Verbreitung solcher Visualisierungen von Bedeutung, die durch qualitative Interviews, teilnehmende Beobachtungen und Social Media Ethnografien/Netnografien erhoben werden.

Foto: Jasmin Sina, Bonn, Ende Oktober 2020

AUFRUF: Interviewpartner*innen

Wie engagierst du dich / engagieren Sie sich unter den besonderen Bedinungen der Pandemie?
Welche Schwierigkeiten und Möglichkeiten erlebst du / erleben Sie (on- und offline)?
Dieser Aufruf richtet sich an alle Demonstrant*innen der Klimabewegung.

Blogbeitrag

Die Mitarbeiter*innen des Forschungsprojekts haben drei Gastbeiträge auf dem Blog "Alltag in der Krise – die Krise im Alltag" des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte veröffentlicht. Der Blog ersammelt Beitrage, die den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf regionale Alltagskulturen im Rheinland nachgehen. Das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte ist Kooperationspartner des Forschungsprojekts Bonndemic.

Das digitale Defizit. Die Rolle der analog/digitalen Anwesenheit in Bonns Klimaprotesten
Wie Klimaaktivist*innen in Bonn digital protestieren, und wie sie ihre Einflussnahme ohne "echte" Präsenz einschätzen, untersucht Jasmin Sina in ihrem Beitrag.

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