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Geschäftszimmer

Manuela Roth
kulturanthropologie [at] uni-bonn.de
Tel.: +49 (0)228 73-7618

Öffnungszeiten:
Montag-Mittwoch 13:30-17:00 Uhr
Donnerstag 13:30-15:00 Uhr

 
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Archiv ADV

Der Atlas der deutschen Volkskunde zählt zu den größten geisteswissenschaftlichen Langzeitprojekten, die im 20. Jahrhundert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (vormals Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft) gefördert wurden. Initiiert wurde der Atlas 1928 in Berlin. Die erste zentrale Arbeitsstelle befand sich im Berliner Schloss. Unterstützt wurde sie von 35 Landesstellen im gesamten deutschsprachigen Raum. Zwischen 1929 und 1935 wurden fünf Fragebögen mit 243 Hauptfragen und weiteren Unterfragen an über 20.000 Orte inner- und außerhalb des Deutschen Reiches versandt. Gesammelt wurden Daten unter anderem zu Leben und Alltag, bäuerlicher Arbeit, Sitte und Brauch, Festen und Ritualen, Ernährung und religiösen Vorstellungswelten. Die Originale der Antworten gingen nach Berlin, die Durchschläge an die jeweiligen Landesstellen. In den 1930er Jahren erfolgte eine erste kartographische Auswertung der Antworten und zwischen 1937 und 1939 wurden ersten Ergebnisse publiziert. Ab 1933 bis 1934 erfolgte die Anpassung an die NS-Ideologie und die Gleichschaltung des ADV, was auch am fünften Fragebogen erkennbar ist. Im Jahr 1938 übernahm das SS-Ahnenerbe die Leitung des Atlasprojektes. Aus dieser Zeit stammen keine Publikationen. 1939 – zu Beginn des Zweiten Weltkrieges – kamen die gesammelten Atlas-Materialien nach Frankfurt am Main.

1954 wurde die Arbeitsstelle Atlas der deutschen Volkskunde unter der Leitung von Matthias Zender neubegründet und die Förderung der DFG wurde weitergeführt. Bis 1958 wurde das gesamte bis dahin in Frankfurt gelagerte Material nach Bonn gebracht – insgesamt fast vier Millionen Antwortkärtchen sowie Zusatzmaterialien. Ab 1959 wurde die bisherige Auswertung, wozu viele unkommentierte Karten gehörten, durch drei Lieferungen mit 84 kommentierten Karten der Neuen Folge ergänzt. Zwischen 1965 und 1970 kam es zu drei nachträglichen Befragungen zur bäuerlichen Lebenswelt um 1900, auch dieses Material ist in der Bonner Abteilung archiviert. 1984 wurde die Förderung durch die DFG eingestellt, u.a. Grund dafür, dass ein Teil der umfangreichen Materialien der ADV-Erhebungen unbearbeitet blieben.

 

Archivbestand
> Antwortkarten der Hauptbefragung von 1929 bis 1935 (circa 4 Millionen Karteikarten)
> Zusatzeinsendungen zur Hauptbefragung
> Kartenmaterial (kommentiert und unkommentiert)
> Antworten der Zusatzbefragung zur „Bäuerlichen Lebenswelt um 1900“ von 1965 bis 1970
> Nachlässe von ADV-Mitarbeiter_innen (nicht einsehbar)

Archivzugang
Der Zugriff auf die Materialien des ADV ist nach Anmeldung eingeschränkt möglich. Bei Interesse können Sie sich über folgende E-Mail – atlas [at] uni-bonn.de – an die Mitarbeiter_innen der Abteilung wenden. Die Beantwortung der E-Mails kann gegebenenfalls ein paar Tage dauern.
 

 

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